E‑Bass und E‑Gitarre

von | Nov 27, 2011 | Bass, Gitarre

Keine Gitarre mit 4 Saiten

Seit ich mit dem Ebass-Spielen angefangen habe, höre ich immer wieder Sätze wie “Du spielst doch E‑Gitarre” oder “Du bist doch Gitarrist”. Das stimmt nicht. Ich spiele Bass, und der hat — abgesehen von einigen optischen Merkmalen — nichts mit einer E‑Gitarre gemein.

E-Bass und E-Gitarre

Gitarren und Bässe

Ich muss natürlich anmerken, dass ich ab und zu auch zur Gitarre greife. Seitdem ich meinem Sohn eine E‑Gitarre geschenkt habe, spiele ich gelegentlich auf selbiger. Allerdings bringen mir meine Kennt­nisse auf dem E‑Bass nichts, wenn ich das Strom­ruder zur Hand nehme.

Ganz bewusst vermeide ich in meinem Blog den Begriff “Bass-Gitarre”. Dieser Begriff bezeichnet eine akustische Gitarre mit zusät­zlichen Bass-Saiten, die in der Wiener Schram­mel­musik einge­setzt, und auch “Kontrag­i­tarre” genannt wird.

Unterschiede in der Entstehung der Instrumente

Optisch sind sich E‑Bass und E‑Gitarre wie erwähnt ähnlich. Betra­chtet man die origi­nalen Instru­mente, aus denen sich die beiden entwickelt haben, so sind auch die optischen Paral­lelen viel geringer. Eine akustische Gitarre hat mit einem Kontrabass nun wirklich nicht viel gemein.

Die E‑Gitarre wurde entwickelt, weil die Gitarre im Zusam­men­spiel mit anderen Instru­mente aufgrund ihrer geringen Lautstärke untergeht. Mit der elektrischen Verstärkung war dieses Problem beseitigt, und moderne Musik­stile wie Rock’n’ Roll oder Rock konnten entstehen. Selbst neben dem lauten Schlagzeug konnte man von da an den Verstärker laut genug aufdrehen.

Da der Kontrabass im Rock’n’Roll dann aufgrund der Lautstärke der anderen Instru­mente unterging, sah man sich gezwungen auch für ihn eine elektrische Lösung zu finden. Und so wurden die klanglichen Eigen­schaften des Kontrabass mit der Technik der E‑Gitarre in einem Instrument kombiniert. Der E‑Bass war geboren.

Unterschiedliche Aufgaben in der Band

Bass und Gitarre

E‑Bass und E‑Gitarre

Die Aufgaben von E‑Bass und E‑Gitarre in einer Band sind klar definiert. Der Bass spielt weder Melodien noch Akkorde. Er spielt rhyth­mische Tonfolgen und bildet zusammen mit dem Beat des Schlagzeugs den Groove einer Band, also das rhyth­mische Fundament. Die E‑Gitarre begleitet wie das Keyboard als Harmonie­in­strument den Gesang — und ist auch für Soli zuständig.

Im Gegensatz zum Schlagzeug besteht beim Bass-Spielen die Heraus­forderung auch noch diejenigen Töne zu spielen, die harmonisch zu den anderen Instru­menten passen. So gesehen ist der Bass auch das Bindeglied zwischen Schlagzeug und den Harmonie­in­stru­menten.

Natürlich gibt es immer wieder Bassisten, die lieber Gitar­risten geworden wären, und ihr Instrument — meist mittels Plektron — wie eine Gitarre bearbeiten. Allerdings haben diese meiner Meinung nach nicht wirklich verstanden, was ihre Aufgabe in der Band ist.

Optische Unterschiede zwischen E‑Bass und E‑Gitarre

Mögen sich die beiden Instru­mente auch sehr ähneln — selbst optisch gibt es ein paar Unter­schiede. Die Anzahl der Saiten ist kein wirkliches Unter­schei­dungsmerkmal mehr seitdem es auch Bässe mit sechs oder sogar mehr Saiten gibt. Allerdings sind die Bass-Saiten um einiges dicker als die Gitar­ren­saiten und somit eindeutig erkennbar.

Ein großer Unter­schied besteht im Abstand der Bünde. Dieser ist beim E‑Bass um einiges weiter, was zur Folge hat, dass die Hälse von Bässen deutlich länger sind als die von Gitarren. Das ist auch im Bild genau erkennbar.

Hoffentlich habe ich mit diesem Artikel dazu beige­tragen, sämtliche Zweifel an einem Unter­schied zwischen E‑Bass und E‑Gitarre zu zerstreuen.