Jimi Gimona †

von | Sep 1, 2013 | Bands, Bass

Der singende Bassist

Freue mich über ein weiteres Bassisten-Interview, das ich mit Jimi Gimona † geführt habe, der sich mit verschiedenen musikalischen Projekten — darunter “Jimi and the Zodiacs” in Salzburg einen Namen gemacht hat. 

Markus: Mit wieviel Jahren hast Du angefangen, ein Instrument zu spielen?
Jimi: So mit 14 in der Schulband Bass. Vorher halt ein bisserl klassischer Gitar­renun­ter­richt. Nicht mit großer Freude allerdings. Da gings nur um Etüden,

Jimi Gimona in Action

Finger­haltung und Fußhocker. Wollte eigentlich Klavier lernen, wurde aber im Tölzer Knabenchor zu Gitarre eingeteilt.

Ich glaub ja fest daran, dass Paul McCartney Basslinien deshalb so kreativ sind, weil er in Klavier denkt.

Markus: Welche Instru­mente außer Bass hast Du noch gelernt?
Jimi: Tenor­sax­ophon mit mittelmäßigem Erfolg. Trompete lausig. Im Moment versuch ich aus einem Jagdhorn 5 Töne rauszukriegen. Wird schon klappen.

Markus: Mit wieviel Jahren hast Du angefangen, Bass zu lernen?
Jimi: Wie gesagt mit etwa 14. 1974 war dann der erste Auftritt im Gasthof 3 Hasen in Maxglan.

Markus: Was hat Dich motiviert, Bassist zu werden?
Jimi: Es war in der Band nichts anderes mehr frei. Alle wollten Gitarre spielen und solieren. Dafür hab ich immer schon Bass und Singen kombiniert. Das ist eigentlich so wie Kupplung und Gas. Nur ein paar Tamla-Motown Grooves sind tricky. Z.B. „You can?t hurry love“ Bass+Singen.
Natürlich hat Bass-Spielen auch einen gewissen Coolness-Faktor.

Markus: Wer sind Deine 3 Lieblingsbassisten?
Jimi: Duck Dunn von Booker T. & the MG’s, der ja leider kürzlich von uns gegangen ist. Wir haben mit den Zodiacs paar mal Vorpro­gramm für die Blues Brothers gespielt. Da haben wir manchmal gequatscht und er hat mir Einiges gezeigt. Z.B., dass korrektes Lagespiel nicht immer gut ist:
Wenn es das Tempo eines Stücks verträgt, lässt er oft zugunsten des fetten Sounds 4 Finger parallel am Griff­brett liegen und schiebt einfach herum.
Kann man bei „Green Onions“ youtube videos auch gut sehen.

Graham Maby von der Joe Jackson Band. — Ein wahnsinnig guter Trio-Bassist

Jimi mit Mikrostativ

mit einem Precision Sound, der mir immer schon gefallen hat.

Paul McCartney, weil er einfach die coolsten Lines komponiert hat.

Markus: Wer sind Deine 3 Lieblingsbands?
Jimi: Stevie Ray Vaughan und Double Trouble. Legendär!

Del Amitri aus Schot­tland ex aequo mit Crowded House.

…und natürlich immer die aktuelle Band von John Hiatt. Am liebsten die „Guilty Dogs“ mit denen er damals im Salzburger Stadtkino war.

Markus: Wie hieß Deine erste Band? Welcher Musikstil?
Jimi: Die erste Schulband hieß „Beaufighter“. War eine blöde Idee. Hat jeder falsch ausge­sprochen. So wie bei den „Pears“. Wir haben die Hitparade von damals gespielt. T.Rex, Rolling Stones etc.

Markus: Welchen Bass spielst Du? Saitenanzahl?
Jimi: Im Prinzip alles, was Fender Precision – Familie ist. Hab einen 56er und 63er und einige selbst gebaute. Haupt­sache wenig Knopferl, Lindy Fralin-Pickups und die Bridge direkt aufs Holz geschraubt. Am liebsten Body Erle und Hals Ahorn. Saiten GHS oder Rotosound round­wounds 105 – 45.

Beim Precision weiß ich einfach, wo der Daumen zum Festhalten hin muß.
Wird mir auf einem Ricken­backer nie gelingen.

Bei den akustis­cheren Gigs spiel ich auch gerne auf dem Epiphone Rivoli short­scale. Der gewisse „Mumpf-Faktor“ mischt sich gut mit den crispen Akustikgitarren.

Vor Jahren hab ich mir mal einen 5‑Saiter gebaut, aber wieder verkauft.
Das ist irgendwie nicht mein Brett. Wenn ich ein tiefes D brauche, verwende ich manchmal den Hipshot D‑Tuner.

Was mich immer inter­essiert hat, sind 8‑Saiter und 12-Saiter (z.B. bei Cheap Trick) also mit einer oder 2 Oktav­saiten dazu. Einen 8‑Saiter hab ich mal bei einem Gitar­ren­baukurs in Formentera gebaut. Der geht ganz gut.

Markus: Welchen Verstärker verwendest Du?
Jimi: Meinen ersten Amp, den Hiwatt 100 DR103 hab ich immer noch. Der wurde damals in Öster­reich so als „poor mans Ampeg“ verkauft. Dazu hatte ich eine Ampeg 9x10er im Flightcase. Die wollte niemand mit mir tragen. Später dann Mesa Boogie 400 Bass und schließlich den Ampeg SVT 2 Tops.

Heute verwende ich eher kleinere Teile. Einen Epifani 502 Amp, der in eine Akten­tasche passt. Zusammen mit 4x10er oder 2x10er SWR Goliath 2 Boxen.

Oder den super klingenden und kleinen Fender TV Bassman Ten in Tweed.
Schade, dass der nicht mehr gebaut wird.

Markus: Verwendest Du auch Effekte?
Jimi: Neidvoll blickt der Bassist oft auf die vielen Kasterl der Gitar­risten. Was braucht man aber wirklich?

Auf meinem Board sind so die Teile, die man als “nice to have” hat.

V.l.n.re.:
Der erstk­lassige Keeley-Compressor, den eigentlich meistens Telecaster – Twang Gitar­risten verwenden. Aber er ist einfach zu bedienen und klingt gut.Bass Effekgeräte

Der ebs – Octaver.
Triggert ganz sauber. Zum Solieren in hohen Lagen recht spannend.

Ein Bass-Chorus.
Für “Wild Horses” von Gino Vanelli.

Der geniale Sans Amp.
Wenn mal gar keine Bassanlage da ist, eine gute und regelbbare DI-Lösung.

Die Morley A/B Box.

Clean durch für 2 Amps oder Tuner-switch.

Ganz ehrlich: Meistens bleibt das Board zu Hause.

Markus: Wie heißt Deine derzeitige Band, Dein derzeitiges Projekt? Welcher Musikstil?
Jimi: Seit vielen Jahren mit Mike Fink und Stefan Schubert in den „Notorious Barflies“, wo wir so akustisch wie möglich arbeiten. Die leisesten Gigs waren oft die besten. Das hilft bei den 3‑stimmigen Chören oft enorm.

Gerne bei verschiedenen Projekten mit Stootsie (The Royal Daffodils, Salzburger Nockerl Experience, usw.)

…und mit dem Songwriter Toby M.

Markus: Hast Du einen Rat/Tipp für angehende Bassisten? Wenn ja, welchen?
Jimi: Bequem stehen und überlegen, wie tief er denn hängen soll. Das muss jeder für sich selbst herausfinden.

Markus: Ich bedanke mich herzlich bei Jimi Gimona † für die inter­es­santen Antworten. Hätte mich gefreut, wenn wir uns noch oft bei einem Auftritt mit den Notorious Barflies oder bei einem Deiner Projekte mit Stootsie oder Toby M. gesehen hätten.